BSAG

Straßenbahnfahrersitz mit ergänzter Querdämpfung
entwickelt bei der BSAG!

Petra Coddington FotografenmeisterinIn Bremen werden die Fahrersitzhersteller per Herzblatt-Ausschlussverfahren ausgewählt? Wahrscheinlich nicht wirklich. Allerdings wurde dem prima-Publikum anschaulich demonstriert, wie schwierig es sein kann, die Grundvoraussetzungen der BSAG- Fahrerplatzkommission für den perfekten Fahrersitz zu erfüllen. Besonders schwierig gestaltete sich die Anforderung der Betriebsärztin nach dem Ausgleich der seitlich auftretenden kinetischen Energie in den Kurven. Diese Kräfte sollten vom Fahrersitz aufgefangen werden, um den Rücken des Fahrpersonals zu schonen.

Spätestens hier mussten sämtlich angefragte Fahrersitzhersteller passen, auf dem Markt war kein adäquater Fahrersitz zu finden. Trotzdem musste etwas passieren, da die in den Fahrzeugen befindlichen Sitze inzwischen so alt und reparaturanfällig waren, dass dringend Ersatz her musste. Als nun ein Kollege aus der BSAG Werkstatt auf einem Messebesuch eine Querdämpfungseinheit entdeckte, entstand die Idee, selber einen Fahrersitz zu konstruieren. Dazu sollte ein vorhandener Fahrersitz umgebaut und angepasst werden. Einzelteile wie Sitz-, Höhen-, und Querverstellungsteile mussten per Handarbeit so gefertigt und bearbeitet werden, dass sie kompatibel miteinander waren. Zeichnungen, Adapterplatten, Hülsen etc. waren nötig und wurden ebenfalls von den Mitarbeitenden erstellt.Petra Coddington Fotografenmeisterin
Der so fertig gestellte Prototyp von Strab-Fahrersitz wurde der Fahrerplatzkommission vorgestellt. Diese befanden ihn für gut und gaben in zum Test frei. Für ein halbes Jahr wurde der Prototyp in eine Straßenbahn Typ GT8N-1 eingebaut und inkl. Fragebögen an das Fahrpersonal verteilt. Nach Auswertung der gesamten Testbögen der verschiedenen Mustersitze, schnitt die Eigenentwicklung tatsächlich als Testsieger ab! So wurde entschieden, diesen Sitz für weitere 43 Straßenbahnen entsprechend zu modifizieren und einzubauen.